Donnerstag, 8. mai 2008
Entschuldigt, dass wir so lange nichts geschrieben haben! Wir sind viel gereist oder waren damit beschaeftigt Kakerlaken zu jagen und unsere Belgier zum Putzen zu  bewegen. (Freut euch auf interessante Aufnahmen der spanischen Flora und Fauna)
Momentan sind wir in Barcelona, kommen aber naechste Woche zurueck und machen uns sofort dran Videos zu schneiden, Fotos hochzuladen und Berichte zu schreiben.
Zu dem Madridvideo: Mensch ihr meckert ja immer ganz schoen rum ueber unsere tollen Videos! ;-) Viel mehr als auf dem Video haben wir in den Tagen wirklich nicht gesehen (ausser Museen und dort durfte man nicht filmen), weil es einfach viel zu kalt und regnerisch war.
Also bis naechste Woche!

von Nora
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Sonntag, 23. märz 2008
von Nora und Hannes veröffentlicht in: Videos
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Freitag, 21. märz 2008

Es ist Dienstagabend. Gegen 23.30 Uhr. Dienstag, 2 Tage nach Palmsonntag und 3 Tage vor Karfreitag. Für die einen kurz vor Ostern, für die anderen schon mitten drin. Für uns eigentlich ein ganz normaler Tag. Bis Julie, unsere Mitbewohnerin, gegen halb 12 abends verlauten ließ, dass sie nun da seien.

Aufgeregt, wie Kinder am Abend vor ihrem Geburtstag bewegten wir uns geschwind zu unserem Wohnzimmerfenster, dass uns den Blick direkt in die Calle Macias Picavea hinunter ermöglichte. Eingeengt von fünf- bis sechsstöckigen Häusern ringt sich diese einspurige Straße an unserer Haustür vorbei. Da begann sie also, die erste richtige Prozession der Semana Santa. Der Anfang einer Woche christlicher Feierlichkeiten, spanischer Kultur und Stadtspektakel zugleich. Wir schnappten wieder mal alle Technik und eine warme Mütze, rannten die Treppe runter um hautnah in das Spektakel einzutauchen zu können.

Die Straße war voll von maskierten Prozessionsteilnehmern. Es war dunkel, fast herrschte Totenstille, keiner bewegte sich. Nur unsere Köpfe wanderten die Gasse entlang. Dann knallten die Pauken. Ein langsamer, schwerer Rhythmus. Die maskierte Masse begann sich langsamen Schrittes fortzubewegen. Wir konnten nur staunen. Ab und zu überkam uns ein eisiges Schaudern. Einen halben Meter neben uns schwebte ein Zug von verschleierten Menschen vorbei, getragen von einer beängstigenden Melodie und versteckt hinter langen Gewändern und Kapuzen, so dass nur ihre Augen dunkel zu erahnen waren. Als würde der Henker gerade sein Opfer zum Schafott tragen. Nachdem wir ein paar Meter mitgegangen sind, ließen wir sie passieren. Nach ein paar tiefen Atemzügen schauten wir uns gegenseitig an und waren einig: schon echt einnehmend und wenig gruselig.

Dieses Erlebnis sollte aber erst der Anfang einer ganzen Woche mit ähnlichem Schauspiel sein. Allerdings muss ich gleich sagen, dass es sich nie wieder so angefühlt hat, wie an diesem ersten Abend. Stattdessen kamen negative Nebeneffekte der ganze Feierei zum Vorschein. Da wir nun mitten im Stadtzentrum wohnen, umzingelt von Kirchen und Kathedrale, welche immer Start- und Endpunkt der Prozessionen sind, wurden wir quasi die ganze Zeit von Getrommel und Trompetenmelodien überschüttet. Von Früh bis Abends. Von Nachts bis Früh. An einigen Tagen fanden 8 bis 10 verschiedene Prozessionen statt, die ersten begannen früh um 8, die letzten starteten nach um 3.

Doch warum diese Prozessionen? Was steckt dahinter? Buße tun. Um die Anonymität des Bußeaktes zu wahren, kleidet man sich in die langen Gewänder und bedeckt die Köpfe mit Kapuzen. Viele der Büßer laufen dabei Barfuß (Außentemperatur 2°C). Wichtige Bestandteile der Prozessionen sind die so genannten Pasos. Diese Pasos sind eine Art Wagen, auf denen in Form von riesigen Figuren entweder Mutter Maria oder Stationen des Kreuzweges Jesus dargestellt sind.

Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Hauptprozession am Karfreitag. An dieser nahmen alle Bruderschaften („cofradías“) der Stadt teil, sodass insgesamt mehrere tausende Vermummte durch die Stadt liefen, die von zahlreichen Zuschauern bestaunt wurden.

Um das ganze hier nicht in einen Schulaufsatz abdriften zu lassen, der so klingt als hätte man die Hälfte von Wikipedia abgeschrieben, soll diesen einleitenden Worten nun ein paar audiovisuelle Eindrücke folgen.

 




von Nora und Hannes veröffentlicht in: Videos
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Sonntag, 16. märz 2008

Haltet inne ihr Heiligen! Freunde, Verwandte und alle die es noch werden wollen: das Warten hat ein Ende. Die sächsische Botschaft in Spanien hat ihre Druckerpresse wieder angeworfen, die besten Journalisten aus Valladolid eingestellt und sie raus in die raue Welt geschickt um euch die Sensationen zu liefern, nach denen ihr nun schon in unruhigen Kommentare gefordert habt.

Was ist nun die lang ersehnte Schlagzeile des Tages? Ich sags euch: es ist Ostern. Für den Durchschnittsdeutschen mag das nicht sonderlich aufregend klingen solange er kein Herzflattern bekommt wenn er karierte Tchibo-Boxershorts im Garten suchen darf oder umgeformten Schokoweihnachtsmänner als Hasen wieder verkauft bekommt. Wer seine Augen aber ein bisschen weiter öffnet (etwa so weit dass die Sicht bis Spanien reicht), der wird feststellen, dass dieses christliche Fest im katholischen Spanien eine etwas größere Bedeutung hat als bei uns.

Das merkt man zum einen daran, dass Ostern hier nicht Ostern heißt sondern Semana Santa (dt: heilige Woche), und es keinen Versteck’- und-ich-such-dich-Kult gibt. Was hier zur Semana Santa auf der Tagesordnung steht, bekamen wir erstmals letzten Sonntag früh um 10 schmerzlich zu spüren. Nach einem Dauerläuten der Kathedralsglocken (etwa 20min), die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befinden, hatten wir es aufgegeben wieder in das Reich der Träume zurückzukehren. Leicht wütend fiel uns ein, dass ja Palmsonntag ist. An diesem Tag wird der Einzug Jesus nach Jerusalem gefeiert. Die Palmen dienten dabei als behilfliches Winkelement zur Begrüßung dessen. In Spanien, und ganz besonders hier in Castilla y Leon, befeiert man diesen Tag mir einer Prozession  durch die Innenstadt.

Diese Prozession ist eine Art Umzug bei dem jede Bruderschaft der Stadt einen Teil des Zuges bildet. Und Valladolid hat viele Bruderschaften. Sehr viele. Unglaublich viele. Zu unterscheiden sind die verschiedenen Kirchen an ihren Wappen und ihrer Kleidung. Lange Roben verschiedener Farben und Schnitte zieren hier alles was zwischen 3 und 99 Jahre alt ist. Musikalisch untermalt wird das Ganze durch die hauseigene Kapelle, bestehend aus Rhythmusgruppe und Blechbläsern. Die Prozession am Palmsonntag startet an der Kathedrale wo sich alle Teile des großen Umzugs um 12 Mittags treffen um dann den weg durch die Stadt zu bestreiten. Ich muss ja nicht dazu sagen, dass solch ein Spektakel nicht nur kirchenintern gefeiert wird sondern dass da natürlich die ganze Bevölkerung der Stadt auf den Straßen und vor allem auf dem Plaza Mayor (bestückt mit Tribünen) unterwegs ist. Als dann etwa 10 vor 12 Uhr direkt vor unserem Wohnzimmerfenster kräftig auf die Pauke gehauen wurde blieb uns nichts anderes übrig als den Schlafanzug abzustreifen, unauffällige Tageskleidung überzuziehen und alles was an mobiler Technik verfügbar war klar zu machen.

Wir mischten uns also unauffällig unter die Massen um das Fest zu erleben und festzuhalten. Am schönsten zu beobachten waren eigentlich die vielen Kinder, die einen großen Teil des Umzugs ausmachten. Wie sie vor sich hinträumen, mit dem Palmenende im Gulli stecken blieben, ein Palmen-Maschinengewehr imitierten oder einfach nur alle nacheinander wie Dominosteine aneinander stießen, wenn der erste stehen blieb da die dahinter mit Gedanken und Augen im Publikum ihre stolze Oma suchten. Doch wie sagte einst Joachim Menders: all die leeren Worte sind nur halb so voll wenn sie nicht mit Bildern verziert und zum Leben erweckt werden. Deswegen lehnt euch zurück, holt ne Tüte Puffmais, schaltet Handys und Herzschrittmacher aus und genießt das neue Werk der Geschwister Gonzales aus dem fernen Valladolid.

FILM AB!

 

 

 

von Hannes veröffentlicht in: Typisch Spanisch
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Mittwoch, 5. märz 2008

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Nachdem wir nun die erste Runde im heimischen Valladolid klar für uns entscheiden konnten, fuhren wir hoch motiviert, jedoch leicht angeschlagen nach einer Woche harten Trainings zum Rückspiel ins benachbarte Salamanca. Obwohl wir selbst die Protagonisten dieser Partie sein sollten, bangten wir lange um unsere Tickets für dieses Spiel. Wir hatten es dummerweise die ganze Woche über nicht geschafft, Tickets für unseren hauseigenen Mannschaftsbus zu besorgen. Als ich mich dann durchrang Donnerstagmittag (Donnerstag 18.00 fuhr der Bus) in meiner Freistunde zur Estación de Autobuses zu pilgern, um mit gutem Gewissen unsere Tickets zu holen, machte unsere Buscompany natürlich schon Siesta. Für alle anderen begann die beliebte Mittagspause erst 14.30 Uhr. Für Auto-Res allerdings schon 12.30 Uhr. Na ja, wir hatten ja noch Zeit. Als ich dann zwischen 14.50 und 15.00 in der Uni auf Nora wartete, probierte ich mal die Tickets online zu kaufen. Aber das ganze so zwischen Tür und Angel an öffentlichen Computern war meiner Kreditkarte oder dem Buchungssystem einfach zu unruhig. Nix ging. Na ja, der Bus fährt ja auch erst um 6. Als wir um 4 zuhause waren ging’s immer noch nicht übers Internet, obwohl ich ganz ruhig geatmet  und meine Kreditkarte ab und zu gestreichelt hab. Na ja, gleich auf unserer Straße ist ein Reisebüro wo man solche Tickets kaufen kann. Da gehen wir dann einfach um 5 hin, wenn die wieder aufmachen und kaufen das Ticket. Aus um 5 wurde viertel 6 und im Reisebüro war schon ordentlich Betrieb. Also liefen wir gleich zum Busbahnhof. 20 Min vor Abfahrt standen wir in einer unangenehm langen Schlange vor unserem Schalter. Unangenehm, weil wir die ganze Zeit das Gefühl hatten, die vor uns kaufen uns die letzten Tickets für Salamanca weg. Doch wer fleißig hofft, wird auch belohnt und so ging letztendlich doch alles glatt (das war ja fast so schwierig wie Tickets für die Fußball WM in Deutschland zu kriegen).

Doch nun genug der Vorrede, zurück zum Wesentlichen. Der Ball ist rund, das Spiel dauert 90 Minuten. Und Caro und Erik waren so freundlich, unsere weltmännische Geste von letzter Woche zu imitieren und uns vom Bahnhof abzuholen. Damit es nicht ganz so abgekupfert wirkt, haben Sie aus Eigeninitiative leckere Willkommens-Churros mitgebracht. Churros das sind so etwa 20cm lange Stangen aus Teig, der vorher in fettigem, heißem Fett frittiert wurde (wahrscheinlich mit Öl das fettig ist). Normalerweise trinkt oder löffelt man diese edlen Gebäcke mit einer cremig heißen Schokolade feinster Qualität. Mit Fett im Bauch und Gepäck auf dem Rücken (was man alles so für eine Nacht einpacken kann?!?!) ließen wir uns durch die Altstadt zum Mannschaftshotel bringen. Der erste Eindruck der Stadt im Dunkeln, aber beleuchtet mit dem besten Flutlicht nördlich des Äquators, war schon überwältigend. Enge Gassen, Kirchen, Klöster und Kathedralen bereiteten uns einen echt schönen Empfang. Nur im Hotel fehlte es leider an einem Whirlpool und der physiotherapeutischen Abteilung. Aber sonst waren wir bestens ausgerüstet. Nach kurzem Ausruhen gingen wir dann noch für ein kleines Abschlusstraining raus in die Straßen. Beliebte Trainingseinheiten waren das Suchen von witzigen aus Stein gehauenen Astronauten und Eistüten in der Fassade der größtenteils gotischen Kathedrale und das Testen diverser Tapas, die schon nicht schlecht, aber unserer Meinung nach nicht ganz so gut waren wie die in Valladolid. Einen kleinen Spielvorteil konnten sich die Tapas aus Salamanca allerdings verschaffen, als sie sich in den Preis eines Getränks eingliederten. So wurde die ganze Chose recht preiswert. Als krönenden Abschluss dieses Abends wollten uns unsere Gastgeber mit ganz ausgefallenen Gaumenfreuden überraschen. Leider wussten sie selbst nicht genau worauf sie sich eingelassen hatten. Versprochen wurde uns das Tor des Jahres. Was wir bekamen war das krasseste aller Eigentore: es sieht gut aus, tut aber verdammt weh!

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Auf den ersten Blick sieht es vielleicht aus wie ein etwas zusammengefallener Krokanteisbecher. Im Endeffekt war es allerdings eine Schicht dickflüssiger Gemüsesuppe abgedeckt mit reichlich Steinpilzschlagsahne (dekoriert mit ein wenig Karamel). Ich sag euch, ein paar Minuten hab ich gekämpft, dann hab ich aufgegeben.

Die ersten Minuten des großen Spiels am nächsten Morgen haben wir erstmal sprichwörtlich verschlafen:
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Doch danach liefen wir regelrecht zu Hochform auf und spielten frei auf (Caro und Erik durften bis um 2 noch ihre letzte Einheit in der Sprachschule bestreiten). Highlights der ersten Halbzeit waren der Besuch der alten und neuen Kathedrale. In Salamanca gibt es nämlich aus uns bisher unerklärlichen Gründen 2 Kathedralen, die direkt aneinander gebaut wurden. Die alte ist romanisch und nicht allzu hoch. Genau angrenzend wurde die neue, gotische Kathedrale gebaut, die natürlich um einiges größer und prunkvoller ist. Beim Ersteigen des Kirchturms hat man echt eine schöne Aussicht über Stadt und auf die vielen Storchennester in Nachbartürmen und Dächern. Die Gegend hier muss echt ein regelrechtes Paradies für Störche sein. Fröhlich bauen sie sich ihre Nester und klappern dazu auch noch erheitert mit den Schnäbeln.
tn_DSCI4652.JPG              im Vordergrund das Dach der alten Kathedrale, dahinter das Ausmaß der neuen...
                                              tn_DSCI4663.JPG                                       wer findet den Storch?

Interessant war auch die alte Universität, welche wohl die 4. älteste Uni in Europa sein soll. Da aus irgendeinem Grund der Frosch eine Art Wahrzeichen der Stadt ist, wurde in der verzierten Fassade des alten Uni-Gebäudes mal wieder ein kleiner steinerner Frosch versteckt den es zu suchen galt. Wie viele andere stellten wir uns also hin und guckten wie blöde in die Luft um den Frosch zu finden, der letztendlich gar nicht wie ein Frosch, sondern eher wie ein dreidimensionaler Fleck aussah.
tn_DSCI4632.JPG                                      wer findet den Frosch?

Zur Halbzeit gönnten wir uns ein ausgedehntes Picknick am Flussufer mit reichlich Sonne, Brot und Käse. Bei soviel Wonne und Vertrautheit übten wir gleich mal diverse Torjubel um in Form zu bleiben.

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Die zweiten sehr langen 45 Minuten verbrachten wir mit Schlendern, Liegen, Beobachten eines leicht übermütigen Möchtegern Turners im Spiderman-Kostüm mitten auf dem prall gefüllten Plaza Mayor und dem Genießen krasser heißer Schokoladen.

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Kurz vor Abpfiff, d.h. gegen halb 10 gab’s noch mal ein richtiges Highlight. Im bahnhofseigenen Bäcker machte ich die Erfahrung wie es ist, ein Gebäck, welches 1€ kostet, mit einem 10€ Schein zu bezahlen und von der Kassiererin als Wechselgeld glatte 19€ zurück zu bekommen. Nach sentimentalem Abschied unserer Gastgeber debattierten Nora und ich wie einst Günter Netzer und Gerhard Delling ob wir nun 10€ in Bar geschenkt bekommen haben oder doch nur 9€ in Münzen und 1€ in Form eines Gebäcks.

Im gemütlichen Reisebus ließen wir bei ruhiger Fahrt den letzten Spieltag Revue passieren und freuten uns gleichzeitig auf die nächste Begegnung. Zu kommentieren, wer nun letztendlich dieses Spitzenspiel für sich entscheiden konnte, nehmen wir uns nicht heraus. Das überlassen wir nach dieser objektiven Schilderung unserem Publikum.

P.S.: Eins ist aber sicher: Real Valladolid hat am Sonntag mal wieder kläglich verloren und steht nun wieder mit einem Fuß auf den Abstiegsrängen. Hätten Sie uns mal eingesetzt…. 

 

von Hannes
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Samstag, 1. märz 2008

Durch unsere – zugegebenermaßen etwas einseitige – Berichterstattung  (so ist das halt bei den Privaten…) ist offensichtlich ein ganz falscher Eindruck von unserem Leben hier entstanden. Deshalb wollen wir das Bild heute mal wieder gerade rücken:

Nein – wir gehen nicht jeden Tag aus und betrinken uns (im Gegensatz zu vielen anderen Erasmusstudenten) und – Doch-, wir gehen pflichtbewusst jeden Tag zur Uni.

Damit ihr mal einen ungefähren Eindruck von unserem Alltag bekommt, hier erstmal unsere Stundenpläne: 

Nora

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Aufschlüsselung der Fächer:

Realización en Cine y Televisión – Film- und Fernsehregie

Edición y Producción Digital – hier geht es um den Umgang mit Informationen im Zeitalter der Digitalisierung

Investigación de Mercados – Marktforschung

Ética y Deontología profesional – Ethik und Pflichtenlehre (im Bezug auf die Medien)

 

Hannis Stundenplan:

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Aufschlüsselung der Fächer

Investigación de Mercados - wie bei Nora

Ética y Deontología profesional - wie bei Nora

Inglés III - Englisch halt, aber aus dem Fachbereich "Tourismus"

Comunicación en la Union Europea

 

 

Wie euch an den Stundenplänen sicherlich aufgefallen ist, dauert eine Vorlesung hier nicht 90 Minuten wie bei uns, sondern genau eine Stunde. Und wie ihr an den Zeiten seht, sind keine Pausen eingeplant.
Meist hören die Dozenten aber ein wenig eher auf oder der nächste kommt etwas zu spät. Um in die Cafetería essen zu gehen, reicht die Zeit allerdings nicht. Das muss man in Freistunden machen oder eben erst wenn man Schluss hat.

Von den Fächern her sieht das erstmal nicht viel aus, allerdings müssen wir zuhause noch viel machen. Bei mir besteht die meiste Arbeit darin die ganzen Skripte zu übersetzen. Hannes muss in Comunicación en la Union Europea in einer Woche einen 3 seitigen Aufsatz über die „Europäische Idee“ abgeben. In Ética y Deontología müssen wir 2 Bücher lesen und 3 Filme gucken.

Und ganz abgesehen von der Uni gehen wir auch noch zur Sprachschule. Und zwar jeden Tag 2 Stunden, von 17.30 bis 19.30.
Dort gibt’s dann natürlich auch noch Hausaufgaben.

Wenn wir an manchen ca. 20 Uhr völlig erledigt und hungrig nach Hause kommen, begrüßt uns in der Küche jedoch erstmal ein Berg Geschirr, den wir abwaschen müssen um kochen zu können. (Die Belgier haben das mit dem Abwaschen noch nicht so richtig raus und Müll haben sie auch noch nie weggebracht, wir arbeiten aber noch an einer höflichen Formulierung sie drauf anzusprechen, denn ansonsten sind sie echt nett!).

Ihr seht: unser Leben besteht hauptsächlich aus Lernen und Hausarbeit. Kein Grund zur Sorge also, liebe Eltern :-)

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Wir sind immer fleißig und arbeiten viel









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von Nora
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Sonntag, 24. februar 2008

Getreu dem Motto des europäischen, akademischen Austauschprogamms „Erasmus“ legen wir großen Wert darauf diesen interkulturellen Werteaustausch auch innerhalb der iberischen Halbinsel fortzusetzen. Da trifft es sich ja gut, dass unsere Dresdner Leidensgenossen Erik und Caro auch gerade dabei sind ihre Spanischkenntnisse für 3 Wochen in der spanischen Kleinstadt Salamanca aufzubessern. Daher lautete das Motto für dieses Wochenende: Valladolid bekommt Staatsbesuch aus Salamanca (natürlich mit dem Auftrag die Gäste mit rotem Teppich am Busbahnhof zu empfangen und ein ausführliches Kulturprogramm zu bieten).

Zwischen Bahnhof und unserem Casa trieb uns ungezügelter Patriotismus  direkt in den nächsten LIDL. Kaum eingetreten fühlte ich mich sofort wie in Mittweida. Caro meinte, sogar die Fließen seien die gleichen wie bei uns. Auf der Suche nach Quark und Leberwurst für ein typisch deutsches Essen fanden wir „Queso Quark“. Im Wörterbuch ist Quark mit „Queso Blanco“ übersetzt. Für verzweifelte Deutsche auf der Suche nach ein wenig Heimatgefühl gibt’s im spanischen LIDL wahrscheinlich die Mischvariante Queso Quark. Geschmeckt hats  dann ein wenig nach Quark und ein wenig nach Yoghurt. Leberwurst fanden wir dafür nur im CARREFOUR. Zumindest dachten wir, dass es sich um normale Leberwurst handelte. Nach genauem Übersetzen und Kosten entpuppte sich die braune Masse als Entenleberpastete. Klingt eigentlich erstmal recht delikat. Unsere rauen Mägen hatten allerdings sehr mit dem recht gewöhnungsbedürftigen Geschmack zu kämpfen.

Das deutsch-deutsch-spanisch-salamancisch-valladolidische Kulturprogramm des Nachtmittags setzte sich aus einem straff durchgeplanten Spaziergang durch die ausgestorbenen Straßen der Stadt (Siesta), durch die wilden Windungen des Flussuferweges und durch Valladolids Einkaufspassage zusammen.

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Wie sich dann ein typischer Abend jenseits der Pyrenäen gestaltet, ist ja im vorigen Beitrag recht gut dargelegt worden. Wir taten nun alles daran unsere Erfahrung im typisch spanischen Ausgehen an unsere deutschen Compañeros weiter zu geben. Nach 2 ausgewählten Tapasbars mit bereits beschriebenen Leckereien  ging’s direkt in die Chupiteria.
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Bei so viel Auswahl und einem Preis von 1€ oder 1,50€ pro Schnapsglas ist man quasi verpflichtet einiges auszuprobieren.

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Als Dankeschön für unsere Alkoholtreue in diesem Laden bekamen wir nach der dritten Runde extravagante Lutscher geschenkt. Viel Freude kam auf!

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Ausklingen ließen wir die Nacht dann in einer Tanzbar namens „Atlas“ (bis zum nächsten Tag war Nora davon überzeugt, dass der Name „Hablando“ ist – warum, das weiß keiner). Dort tanzten wir zu reichlich spanischer Popmusik ohne Bass und starkem Tequila. Als die Uhr auf dem Heimweg 4:18 Uhr anzeigte, freuten wir uns über die gesteigerte Leistung. Selbst von unserem Trainer Maira bekamen wir ein Lob!
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Der zweite Tag unseres Kulturprogramms begann für einige eher, für andere später. Als wir dann so gegen halb 3 das Haus verließen und einen Kirchturm besteigen, eine weitere Kirche von innen besichtigen , diverse Museen besuchen  und eine Chocolaterie finden wollten, stellte sich heraus, dass die meisten Sachen hier am Sonntag Nachmittag geschlossen sind. Also vertrieben wir uns die Zeit als Double für die Olsenbande und Turnvater Jahn. (bildliche Dokumentationen werden nachgereicht!!)

 

Trotz des eher trockenen und schulischen Bildungsprogramm des Kulturaustauschs trennten sich beide Seiten letztendlich friedlich und mit gutem Gewissen die letzten 24h extensiv genutzt zu haben. Um unseren salamancischen Genossen die Chance zu geben sich für unsere Gastfreundlichkeit revangieren zu können, haben wir uns dann gleich für den kommenden Donnerstag für eine Neuauflage des erfolgreichen Austauschprogramms Salamanca meets Valldolid eingeladen. Dann werden wir uns  überraschen lassen, was das kleine Städtchen Salamanca so zu bieten hat.

von Hannes
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Samstag, 23. februar 2008

Nichts böses ahnend sagten wir letzte Woche zu, als uns Maira fragte, ob wir mit ihr ausgehen wollten.

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Maira

Allerdings läuft das in Spanien etwas anders als in Deutschland.
Los gings 22.30 in der ersten Tapasbar. Ich will euch nicht schon wieder mit Essen langweilen, aber es war unglaublich lecker.
In Tapas Bars läuft es übrigens so: grundsätzlich steht man. Manchmal gibt es Barhocker. In einigen Bars kann man sich auch richtig an einen Tisch setzen, das ist dann aber teurer. Wozu auch setzen, man zieht ja eh gleich weiter in die nächste. Meistens isst man etwas kleines, trinkt ein Bier ("cana") dazu und dann geht’s weiter. Mit den Tapas hab ich gar kein Problem, an das viele Bier muss ich mich allerdings noch gewöhnen…

Die Servietten wirft man nach der Benutzung einfach auf den Boden. Das sieht dann so aus:

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Wenn man in Spanien mit Freunden weggeht, ist es üblich, dass man entweder vorher Geld zusammen schmeißt und damit dann alles bezahlt, oder jeder mal eine Runde bezahlt. Wenn man anfängt die Rechnung auseinander zu friemeln, outet man sich sofort als Deutscher. Je nachdem wie viele Leute es sind, können es also ganz schön viele Runden (--> viele canas!!) werden.

Nachdem die ersten Tapas und das erste Bier verspeist/getrunken waren, ging es also auf in die nächste Tapas Bar. Nach 3 Bars waren wir dann erstmal satt. Nächster Stop: Chupetería. Schnapserei. (das Wort musste ich neu erfinden, weil’s sowas in Deutschland halt nicht gibt).

Dort erwartete uns eine riesige Auswahl an Schnäpsen. Und nichts weiter. Nur Schnäpse. Und dabei war mein Alkoholpegel von den 3 Bier in den 3 Tapas Bars doch schon völlig ausreichend, wenn nicht sogar viel zu hoch für meine Verhältnisse. Aber man will sich ja auch nicht lumpen lassen. An diesem Abend habe ich zum ersten mal erlebt, dass es Schnaps gibt (außer Tequila), der schmeckt! Mit weißen Schokoladenstückchen!

An dem Punkt des Abends geht’s für die Spanier erstmal richtig los. Das andere war nur Vorspiel. Jetzt kommen nämlich die Copas. Das ist zum Beispiel Wodka Cola und so was, also das ganz harte Zeug. Dazu haben wir – wer hätte es gedacht – mal wieder die Bar gewechselt.

Um das ganze abzukürzen: um 2 Uhr (für die Spanier eine unmögliche Zeit um einen Abend zu beenden), sind wir (also zumindest ich) auf dem Zahnfleisch nach Hause gekrochen und haben fast die ganze Woche gebraucht um uns zu regenerieren.

Da müssen wir also noch ganz schön trainieren, damit  wir mit den Spaniern konditionell mithalten können…

 

von Nora veröffentlicht in: Typisch Spanisch
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Donnerstag, 21. februar 2008

Nun gibt es den lang ersehnten Nachtrag zu unserer Wohnung mit ein paar überaus eindrucksvollen Bildern. Zum einen gibts ein kleines Fotoalbum (rechts) von der Wohung und außerdem ein Video mit nem erstklassigen Rundgang durch unsere 32 Wände. Deswegen gleich vorweg: wer nicht das schnellste Internet hat, sollte gleich ein wenig nach unten scrollen und den kleinen Film schon mal laden lassen. Er ist diesmal ein wenig länger….

Zu unseren Zimmern muss ich ja eigentlich nicht mehr viel sagen – ihr seht ja alles.

 Das Zimmer mit den vielen Betten scheint also unser Schlafzimmer und mein „Arbeitszimmer“ zu sein. 2 Betten, 1 Schreibtisch und Zubehör, Nachtschrank und Heizung. Das war’s. Nicht allzu groß, dafür wird es wenigstens warm.

 Das andere unserer 2 grandiosen Räume ist Noris Arbeitszimmer mit einer improvisierten Couch aus 3 Bettmatratzen und nem Haufen Decken und Bettlaken. Zusätzlich dient das Zimmer gelegentlich als Wäschetrockenraum und als Platzhalter für die bereits beschriebenen Schränke, die unsere Klamotten hüten.

 So, nun zur Post. Einige hatten schon nach unserer Adresse gefragt und lange keine Antwort bekommen. Nun lüften wir das Geheimnis. Sie lautet:

 

Vorname Name

C/ Macías Picavea 7, Esc. Dcha, 3° Dcha

47003 Valladolid

España

 

So manch einer möge sich fragen, was all die geheimnisvollen Zeichen zu bedeuten haben:

C/ Macías Picavea 7 = die Straße

Esc. Dcha  = die rechte Treppe im Haus

3° Dcha = in der dritten Etage die rechte Wohnungstür

 

Dass man in Spanien viel Vertrauen in seine Hausnachbarn zeigt das im folgenden Bild dargestellte so genannte Briefkastenverhalten (welcher dieser Blechstücke nun unserer ist nicht so recht klar. Die Briefe werde rein getan, man sucht sich seinen aus). Liebe Eltern und Großeltern: unangekündigte Spenden bitten wir also direkt zu überweisenbriefkasten1.JPG

Wir freuen uns über reichlich Post von Euch!!!!!!!

So, hier nun unser neuster Streifen: Ein Rundgang durch unsere Wohnung


von Hannes
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Sonntag, 17. februar 2008
Wir freuen uns sehr, dass ihr den Blog lest und so fleißig Kommentare schreibt!
Für die, die es noch nicht gemacht haben: tragt eure emailadresse bei "Newsletter" ein, dann bekommt ihr automatisch eine Nachricht, wenn wir einen neuen Artikel veröffentlicht haben und bleibt immer auf dem neuesten Stand.

Bilder von unseren Zimmern reichen wir nach (mit Vorher-Nachher-Bilder wirds schwierig Dorit, wir wollen nicht alles nochmal umräumen und dreckig machen ;-))
Heute gibt es erstmal ein kleines (Horror-)Video von unserer ersten spanischen Autofahrt gestern. Ein paar Schimpfwörter hab ich übersetzt, die anderen reiche ich gern allen volljährigen Lesern nach (Bitte Kopie des Personalausweises mailen). Allen anderen bei Vorlage einer schriftlichen Erlaubnis der Erziehungsberechtigten.

(für alle älteren Leser: auf "Play" klicken (das ist das kleine Dreieck), dann nochmal auf Pause und warten bis es fertig geladen ist (bis der Balken sich komplett dunkel gefärbt hat, dann wieder auf Play)
TON ANMACHEN


 
von Nora veröffentlicht in: Typisch Spanisch
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