Saturday, 9. february 2008
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An meinem ersten Samstag hier in spanischen Gefilden stand eine kleine, aber doch feine Exkursion meiner Sprachschule auf dem Plan. Der Chief Professor
und seine 4 Jünger (drei Japaner und ein Deutscher) quetschen sich in sein Auto (also die Japaner, da der große Deutsche vorne sitzen durfte) und fuhren in das ca. 120 km entfernte Leon. Leon ist
die Hauptstadt der Provinz Leon. Die Provinz Leon liegt in der Region Castilla y Leon. Die Hauptstadt davon ist Valladolid. Valladolid ist aber außerdem noch die Hauptstadt
der Provinz Valladolid, welche auch in der Region Castilla y Leon liegt. Das heißt, Leon ist bloß einmal Hauptstadt, und Valladolid 2-mal. So hab ich das jedenfalls verstanden (falls das jemand
liest, und es besser weiß, dann bitte ich ihn mich zu verbessern!). Auf dem Weg nach Leon kam es mir manchmal vor wie auf einem australischen Highway: einspurig, kaum Autos und weit und breit
kein Haus in Sicht. Allerdings ist die Gegend recht hüglig, so dass nach 5 Minuten schon wieder das nächste kleine und niedliche Dörfchen auftauchte.
In Leon gibt es neben einem Gaudi-Palast natürlich Kirchen und eine monströse Kathedrale. In der Kathedrale gab es dann von
Clemente, dem Chef der Sprachschule, etwa einen Crashkurs über Romanik, Gotik, bunte Glasscheiben, Jesus, Maria, die 12 Apostel, die 3 heiligen Könige …. Es war interessant, allerdings auch
sehr kalt. Bei soviel Kälte und Christentum musste ich gleich wieder pinkeln (bereits das dritte mal in Leon) so dass sich meine Aufnahmefähigkeit so langsam Richtung Ausgang davon
machte.
vom genossen gaudi geplant
durch die Kirche einfallender sonnenschein erleuchtet nur ausgewaehlte koepfe...
Der Nachmittag gestaltete sich wieder mal als ein typisch spanischer Spaziergang: von Bar zu Bar durch die Straßen der Stadt. Die Bars im
Altstadtviertel von Leon sind Spanien weit dafür bekannt, dass man nur ein Bier oder einen Wein bestellen muss, und dann Tapas kostenlos dazubekommt. Da wir 5 Leute waren, alle satt werden wollte
und natürlich auch jeder einmal zahlen musste waren standen uns also 5 Stopps bevor. Zum Glück kann man hier auch kleine Bier (0,2Liter) bestellen. Die Tapas waren lecker, allerdings nicht ganz
so gut wie in Valladolid. Und kaum waren wir aus der letzten Bar raus, so gegen um 3, waren die Straßen wo vorher massig Leute von Bar zu Bar gewandert sind, plötzlich wie ausgestorben. Sogar die
Zigeuner mit ihrer gefälschten Gucci-Unterwäsche waren verschwunden. Siesta eben!
Tapasbar in Leon
ein bisschen folklore auf leons strassen
von Hannes
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Friday, 8. february 2008
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Meine erste Woche ist nun fast um. Was soll ich dazu sagen. Die Zeit verging wie im Flug. Wohnungssuche, Museumsbesuche, Wohnungssuche, Stadtbesuche….
Es blieb kaum Zeit zum atmen. Eine Wohnung habe ich allerdings noch nicht erfolgreich aufspüren können. Aber es sind noch einige Optionen offen. Falls wir keine finden, besorgen wir uns irgendwo
nen netten Gebrauchtagen. In Australien haben wir 8 Monate darin gelebt, da sind die 5 Monate in Spanien doch ein Kinderspiel. Das Wetter wird langsam auch regelmäßig schön. Nach den ersten
beiden verregneten Tagen war es die ganze Woche über sonnig und am Nachmittag schon auch leicht warm, so um die 13-15°. Früh zitter ich mich allerdings immer noch bei 0° in die
Schule.
Zur Stadt Valladolid muss man sagen, dass sie einen echt schönen, alten Stadtkern hat. Einen großen Rathausplatz mit kleinen Gassen drum herum; viele,
aber wirklich viele, und dazu noch große Kirchen und Kathedralen. Außerhalb des Stadtkerns erinnert es mich ein wenig an Chemnitz. Ein wenig Industrie, große Wohnhäuser – architektonisch schlicht
gehalten. Es ist also nicht Barcelona oder Paris – aber das wussten wir ja schon vorher – aber trotzdem sehr schön. Denn was die Lebensqualität wieder erheblich anhebt sind die vielen Tapasbars.
Bei meiner Familie waren die Kochgewohnheiten ab und zu ein wenig seltsam (z.B. erst ein Teller mit Erbsen-Spinat Suppe und danach ein Teller mit 3 Fischstäbchen und Zwiebeln). Aber in den Bars,
ne, da is es echt lecker. (Ich werde jetzt nicht jeden Eintrag mit einem Loblied auf die spanischen Tapasbars enden lassen;-)
Eine tankstelle in Valladolid - ein wenig kleiner als gewoehnlich...
von Hannes
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Monday, 4. february 2008
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Nun, heut war mein erster wirklicher Tag hier in Valladolid nachdem ich gestern eine fast 12stündigen Reise hinter mich brachte – und dabei dachte ich
Europa würde näher zusammen wachsen – nix da. Na ja, wie auch immer. In Madrid und Valladolid hat es jedenfalls geregnet. Wenn schon weit weg, dann doch wenigstens auch anderes Wetter. Aber nix
da!
Dank Maira, einer sehr hilfsbereiten Freundin aus guten alten Mittweidaer Zeiten, die aus Valladolid kommt und mich in Madrid empfangen hat, bin ich
auch problemlos mit Metro und Bus vom Airport nach Valladolid gekommen, wo mich der gute José Luis, oder José Miguel (ich verwechsle das immer) der Sprachschule, abgeholt hat.
Ich war ganz froh, dass sich meine noch recht holprige spanische Zunge auf der Busfahrt schon ein wenig warm laufen konnte. Denn meine größte Sorge der
letzten Tage in Deutschland war, dass ich hier ankomme, wie ein eingefangener streunender Hund bei Carmen und Co. im Wohnzimmer abgesetzt werde und jedes spanische Wort was ich in den letzten 4
Monaten gelernt hatte zu hause gelassen hatte. Zu meiner Verwunderung verstand ich hundert Prozent von dem was sie sagte und wir haben auch gleich 1,5h lang über die Auswirkungen des spanischen
Bürgerkriegs auf die heutige Parteienlandschaft in Andalusien diskutiert. Manchmal passieren eben WunderJ Und meines an diesem Abend war, dass sich die Familie gar nicht so sehr
für mich interessierte wie ich es erwartet habe und mich nicht den ganzen Abend gespannt mit Fragen über Land und Leute löcherte. Denn ich war nicht der erste Student der bei ihnen unterkommt.
Ich glaube bei manchen Familien ist es üblich, dass sie regelmäßig ausländische Gäste haben und so die Miete ein wenig drücken und uns gleichzeitig die Chance geben, Spanien praktisch zu erleben.
What a win-win-situation! Ich hatte also mein Zimmer für die nächsten 2 Wochen, während der Sprachschule, bezogen.
<- Blick
aus meinem Zimmer
Die besagte Sprachschule stellte sich auch als mehr als angenehm heraus. Zurzeit gibt es da einschließlich mir 8 Studenten. Sehr angenehm. Und dazu 4
Lehrer. Das macht insgesamt 12 Leute für 4 Räume dividiert durch drei Lerniveaus kommt man auf eine Gruppe die in meinem Falle genau 2 Leute umfasst. Also quasi Einzelunterricht. Muy bien!
Am Abend musste ich mich dann als einziger Deutscher gegen die anderen 3 Holländer, die 4 Japaner und den Chef der Schule auf einer ausgefeilten
Kneipentour durchsetzen. Was sich als sehr amüsant herausstellte. Nicht nur wegen der fortgeschrittenen Quantität an Hopfenbräu sondern auch wegen der zum Teil verrückten und lustigen Leute. Den
über 60jährigen Chef der Schule eingeschlossen. Abgerundet wurde das ganze noch durch die sehr annehmlich spanische Barkultur, die den Bierkonsum mit sehr preiswerten aber mehr als leckeren Tapas
ergänzt. Lasst euch sagen: Edle Zeiten sind angebrochen!
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Hollaender und 2 Japaner beim froehlichen Umtrunk
von Hannes
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Thursday, 31. january 2008
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11:34
von Hannes
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