Liebe Freunde, nach langem Warten und einer wagen Versprechung über erhöhte Blogaktivität in den kommenden Tagen, hat uns das miese Wetter Valladolids geholfen, die letzten 48h mit fleißigen Händen vorm Rechner zu sitzen und in aller Ruhe und Gemütlichkeit reichlich Rohmaterial unseres Kurztrips nach Teneriffa zu einem kleinen, aber anschaulichen Filmchen zu schneiden.
Ihr mögt euch vielleicht fragen warum es ein paar arme Backpacker wie uns mal plötzlich mitten im April in ein 4-Sterne Hotel nach Teneriffa verschlägt. Ja, wie es einige von euch schon mitbekommen haben, trifft das oft zitierte Klischee: Spanien – Sommer, Sonne, Sonnenschein nur bedingt auf die Region um unser kleines Valladolid zu. Reichlich Regen, dumpfes Grau über den Köpfen, kombiniert mit einer dunklen, nicht allzu gemütlichen Wohnung führt dann zu gewissem Fernweh. Auf einem kleinen sonntäglichen Spaziergang zwischen zwei Regengüssen erblickten wir im Schaufenster eines der 3726 Reisebüros Valladolids verlockend preiswerte Angebote für Lastminute Trips ins gelobte Land der Sonne. Nach kurzem Schaufenster-Preisvergleich ging’s mit geladener Brieftasche Montag früh punkt 10 ins Reisbüro. Nachdem wir wussten was uns finanziell nun wirklich erwarten sollte, wenn wir kommenden Freitag fliegen würden, baten wir um ein paar Stunden Bedenkzeit. Als wir das nächste Mal 14 Uhr das Innere von „Mundi Boy Viajes“ betraten, waren wir der Meinung, dass es sich eigentlich nicht lohnen würde mit dem Abflug noch bis zum Wochenende zu warten. Die gute Frau im Reisebüro guckte erstmal ein wenig überrascht als wir fragten, wie viel es denn kosten würde, wenn wir gleich morgen losmachen würden. Nach weiteren 3h Bedenkzeit buchte sie dann unser Hotel und den Flug für Dienstag früh 10.15 Uhr. Da wir noch nach Madrid mussten, und der Bus für 4.15Uhr bereits ausgebucht war, blieb uns nichts anderes übrig als mit dem Bus 00.30Uhr loszufahren. Der Countdown begann – uns blieben ca. 7h bis zur Abfahrt!
Nach reichlich unregelmäßigen Schlaf- und Wachphasen auf dem Flughafen erwartete kurz vorm Boarding eine Senioren-Kolonne, so dass wir uns nicht sicher waren ob es hier auf die Kanaren oder nur zu ’ner Kaffeefahrt ging. Das Best Tenerife Hotel entpuppte sich dann als eine eigene kleine Welt, die nichts mehr mit Spanien zu tun hatte. Als wir an der Rezeption spanisch redeten, wurden wir mit ganz großen Augen angeguckt. Ansonsten hörte man nur Englisch, Deutsch oder Holländisch. Für den gemeinen deutschen Touristen ist es dann auch beim Abendessen selbstverständlich jegliche Konversation mit dem Servicepersonal komplett in seiner Landessprache zu absolvieren. Dabei brauch man nun wirklich keinen IQ von 140 um das Wörtchen Gracias zu lernen und auszusprechen.
Einmal im Pool-Paradies angekommen machten wir die kommenden 4 Tage nicht viel mehr als uns früh und abends am recht beachtlichen Buffet den Bauch bis zum Kehlkopf voll zuschlagen um danach wie eine verdauende Schlange am Pool zu liegen. Die paar mitgenommenen Aktivhormone verleiteten uns dazu am ersten Tag noch am abwechslungsreichen Animationsprogramm teilzunehmen. Kurz und Knapp: Nora gewann beim Dartturnier eine sagenhafte Goldmedaille, ich beim Tischtennisturnier eine Sporttasche, beim Luftpistole schießen gingen wir beide leer aus. Abends gab’s so nette Beschäftigungen wie Bingo oder Beatles Cover-Band (wie schön für die zahlreich angereisten Engländer).
Um euch nun nicht mit Worten totzutreten leite ich jetzt besser mal ganz gekonnt zu dem bereits angekündigten Filmgenuss über. Auf das alles wieder gut wird!